Verlassen/Vergessen
In „Verlassen / Vergessen“ werden Orte nicht dokumentiert, sondern neu zusammengesetzt. Ausgangspunkt sind räumliche Erfahrungen, die sich der direkten Abbildung entziehen: Übergangszonen, leergeräumte Zimmer, Flure, über die man hinweggeht, ohne sie wahrzunehmen. Die Bilder führen diese Situationen in konstruktive Schichtungen über, in denen einzelne Motive nur noch als Spuren, Kanten oder Farbstimmungen vorhanden sind.
Die Serie interessiert sich für den Moment, in dem ein Raum seine ursprüngliche Funktion verliert und zu etwas anderem wird – zu Erinnerung, zu Reststruktur, zu Projektionsfläche. Das Bildfeld wird zum Ort dieses Umbaus. Was hier sichtbar wird, ist weniger der konkrete Ort als die Art und Weise, wie er im Kopf weiterarbeitet, wenn er im Alltag längst keine Rolle mehr spielt.


